Stundenlange Autofahrten in wunderschöner Kulisse, aus dem Radio die perfekte Roadtrip Playlist. Aufwachen mit dem Sonnenaufgang direkt am See oder Meer während keine Menschenseele weit und breit zu sehen ist. Lichterketten im Kofferraum und eine total kuschlige Nacht im Auto verbringen. Klingt doch nach einem typischen Roadtrip, wie man ihn von Instagram kennt, oder?

Genauso toll haben wir uns das auch vorgestellt und sind im Herbst 2019 zu unserem ersten richtigen Roadtrip durch Österreich aufgebrochen. Freitags nach der Arbeit schnappten wir unsere Bags und Schlafsäcke und brachen in Richtung Autobahn auf. Hallstatt sollte unser erstes Ziel sein, der Plan war irgendwo in der Nähe zu übernachten und das süße kleine Dörfchen am nächsten Morgen für uns alleine erkunden zu können. Nach fast fünfstündiger Autofahrt kamen wir gegen 22 Uhr total müde an unserem Übernachtungsplatz an, welcher jedoch bereits total überfüllt war. Ohne Plan B fuhren wir durch die Nacht, bis wir einen einsamen Parkplatz für uns entdeckten. Wir schlugen unser Nachtlager im Kofferraum auf und wollten einfach nur noch schlafen. So ganz einfach ist das im Auto leider nicht. Zuerst heißt es das ganze Gepäck umzuräumen und einen halbwegs gemütlichen Schlafplatz zu kreieren, der im Endeffekt nur halb so gemütlich wird, wie gedacht. Irgendwann waren wir dann aber endlich bereit um uns einzukuscheln und eine hoffentlich erholsame Nacht zu verbringen. Wäre da nicht plötzlich dieses gruselige, permanente Geräusch irgendwo neben dem Auto zu hören gewesen. Mit dem Geräusch kam dann natürlich aus schon das flaue Gefühl im Magen. Wir haben einfach zu viele Horrorfilme gesehen. Unsere Fantasie erstellte verschiedenste Horrorszenarien und somit war relativ bald klar, dass wir nicht an diesem Ort bleiben können. Gesagt, getan! Raus aus dem Schlafsack und weiter. Vielleicht findet man ja noch irgendwo ein Hotel? Die Antwort – nein! Wir könnten ja einfach die ganze Nacht rumfahren, immerhin sind es nur noch ein paar Stunden, bis die Sonne wieder aufgeht. Nach wenigen Minuten, müssen wir jedoch feststellen, dass es einfach zu anstrengend ist. Somit entschlossen wir uns für einen neuen Parkplatz direkt in einem Ort. Während Regen durchs offene Fenster tropft weil es einfach zu heiß zum Schlafen ist, versuchen wir einfach nur noch ein bisschen Ruhe zu finden. Irgendwann versanken wir dann doch ins Land der Träume.

Mittlerweile schüttete es wie aus Eimern und wir bekamen beim Zähne putzen eine kostenfreie Dusche. Aber dann ging es voller Motivation nach Hallstatt. Wir würden perfekte Bilder machen und das malerische Dorf ganz für uns alleine haben. Malerisch war es dann auch, die Wolken welche in den Bergen hingen erzeugten ein mystisches Flair. Aber falls ihr euch jetzt denkt, in Hallstatt ist um halb 7 Uhr morgens bei strömenden Regen nichts los, habt ihr, wie auch wir, falsch gedacht! Mehrere Touristenbusse waren bereits vor uns da.

Im laufe des Tages kam dann endlich die Sonne raus, wir hatten bestes Wetter und verbrachten den Tag an den schönsten Seen Österreichs. Doch langsam rückte der Abend wieder näher und wir waren uns noch immer unschlüssig, ob wir noch eine Nacht im Auto verbringen wollten oder doch lieber im Hotel. Wir hatten für den Notfall vorgesorgt und ein paar Hotels in der Gegend rausgesucht, die aber mittlerweile alle ausgebucht waren. Also nahmen wir uns ein überteuertes, kleines Apartment in einer Pension, dass weniger Apartment war, sondern viel mehr einer Kammer des Schreckens. Wir waren schon in ziemlich vielen Hotels und Pensionen unterwegs, aber so ein schlimmes Zimmer war uns noch nie untergekommen. Bis heute schaudert es vor allem Jenny immer noch, wenn sie daran zurückdenkt. Da war die Nacht im Auto doch gar nicht mehr so schlimm.

Kurzerhand entschieden wir uns dann am nächsten Morgen noch die Gegend zu erkunden um danach abzureisen und die Heimfahrt anzutreten. Nach zwei Tagen sehnten wir uns nach unserem Bett, einer heißen Dusche und dem Wohlfühlgefühl zu Hause.

Aber wie jeder weiß, hat alles Schlechte sein Gutes und wir konnten aus der schlimmsten Reise rückblickend die lustigsten Erinnerungen mitnehmen, über die wir mit unseren Freunden heute noch lachen. Und bitte versteht uns nicht falsch, natürlich lieben wir Roadtrips über alles und können nicht genug davon bekommen. Seit unserem ersten schlimmen Roadtrip haben wir noch einige weitere unternommen, bei denen wir wesentlich schönere Momente sammeln durften.

Wie bei allem sehen wir auch bei diesem Ereignis eine Lehre dahinter, um es beim nächsten Mal einfach besser zu machen. Auf jeden Fall wissen wir jetzt wie es nicht geht und worauf wir achten müssen um eine unvergessliche Zeit daraus zu machen!

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2 Kommentare

  1. Wir haben tatsächlich schon sehr häufig im Auto oder einfach ohne alles wildgecampt. Es war immer superschön und aufregend und vor allem auch gemütlich. Wir haben fürs Auto extra eine Matratze gekauft und nehmen immer sehr viele Kuscheldecken mit.

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